
Kantonale Abstimmung vom 27. November
2011:
Ja zu Familien-Ergänzungsleistungen und Energie-Initiative
In der kommenden kantonalen Volksabstimmungen sind zwei Themen für
Schwyzer ArbeitnehmerInnen von besonderer Wichtigkeit: Die Initiative „Schwyzer
Familien stärken – Ja zu Ergänzungsleistungen für Familien“
fordert die Unterstützung von wirtschaftlich schwachen Familien im
Kanton Schwyz. Mit -bereits bei der AHV/IV bewährten- Ergänzungsleistungen
wird jenen rund 1500 Familien im Kanton Schwyz geholfen, welche unter dem
Existenzminimum leben. Ergänzungsleistungen sind an ein Erwerberbseinkommen
gebunden und werden gezielt und bedarfsorientiert ausgerichtet. Sie unterstützen
deshalb die Eigenverantwortung, wie sich in andern Kantonen (SO, TI, VD)
gezeigt hat. Diese sozialdemokratische Initiative vereinigte im Jahr 2009
in kurzer Zeit über 3000 Unterschriften: Wer vermeiden will, dass im
sogenannt reichen Kanton Schwyz weiterhin Familien zu Sozialfällen
werden, stimmt ja zu Ergänzungsleistung für Familien.
Es geht auch um Arbeitsplätze!
Die Initiative „Sonnen- und Holzenergie
für unsere Kinder“ verfolgt in erster Linie umweltpolitische
Anliegen, indem Kanton, Bezirke und Gemeinden den Bau von Sonnenkollektoranlagen
und den Einsatz von Holzheizungen fördern sollen. Der Gewerkschaftsbund
weist aber darauf hin, dass eine Annahme neue Arbeitsplätze und Lehrstellen
im lokalen Gewerbe (Waldwirtschaft, Ofenbauer, Dachdecker, Zimmerleute,
Sanitär) schafft und damit die regionale Wirtschaft stärkt. (15.11.2011)
Ständerats-Nachwahlen: Für die CVP-Mitte mit Bruno Frick
(bisher)
Die Schwyzer Ständerats-Nachwahlen
sind für den kantonalen Gewerkschaftsbund insofern ein Spezialfall,
als keiner der drei Kandidierenden mit Wahlchancen (Ständerat Bruno
Frick, CVP, bisher; Vincenzo Pedrazzini, FDP, Peter Föhn, SVP) Gewerkschaftsmitglied
ist und somit eine direkte Unterstützung nicht in Frage kommt. Es kann
aber den Schwyzer GewerkschafterInnen trotzdem nicht gleichgültig sein,
wie der einflussreiche Ständerat künftig zusammengesetzt ist.
Und da gilt es doch zu bemerken, dass sowohl SVP wie FDP in den letzten
Jahren bei zentralen Fragen gegen die Interessen der Schwyzer ArbeitnehmerInnen
entschieden haben: Beide Parteien haben ihre Spar- und Steuersenkungspolitik
im Dienste von Höchstverdienern verabsolutiert. Beide Parteien haben
mit diversen Schachzügen verhindert, dass Thomas Minders Abzocker-Initiative
vor den Wahlen zur Abstimmung gekommen ist. Die Folge: Hohe Einkommen sind
in den letzten Jahren gestiegen, normale Arbeitseinkommen stagnieren, wie
der vielbeachtete Verteilungsbericht des nationalen Gewerkschaftsbundes
zeigt. Bei den grossen Sozialwerken (AHV, zweite Säule, IV, Arbeitslosen-
und Krankenversicherung, kantonal bei der Spital-Politik, siehe Einsiedeln)
bauen SVP und FDP einfach ständig ab, anstatt zukunftsfähige,
flexible Finanzierungs-Modelle zu entwerfen. Wenn überhaupt, ist die
CVP als Mittepartei am ehesten ansprechbar auf Ausgleich und soziale Gerechtigkeit.
Sie hat auch das Arbeitsplatz-Potential von erneuerbaren Energien erkannt.
Fazit aus gewerkschaftlicher Sicht: Bei den Ständerats-Nachwahlen vom
27. November heisst Bruno Frick wählen ein Stück CVP wählen.
Und das ist für ArbeinehmerInnen alleweil empfehlenswerter als die
Wahl von Parteien und Kandidaten, welche unter ihrem Slogan "Freiheit"
die Demontage des ausgleichenden Staates verstehen. (8.11.2011)
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